Während männiglich noch faul in den Federn liegt, treffen sich Freunde und auch erstaunlich viele Freundinnen der Biervielfalt zur jährlichen GV im Restaurant Linde Oberstrass. Zum reichhaltigen Brunch werden wohl auch Kaffee und Fruchtsäfte angeboten, der Stau am Buffet bildet sich aber bei den Zapfhahnen, aus welchen – oh du Schande – heuer kein dunkles Bier fliesst. Huusbier, Frühjahrsbier und Pils aus der hauseigenen Brauerei stehen zur Auswahl. Ob ohne dunkle Tropfen überhaupt von Biervielfalt gesprochen werden kann, sei hier vorerst einmal in Frage gestellt.
Mit vollen Bäuchen und angenehm angesäuselt lässt sich gut GV abhalten. Präsident Daniel Reuter führt die Versammlung wie gewohnt mit Witz und Charme und in Rekordzeit durch die Traktanden. Die Finanzen stehen gut, die Gesellschaft kann auch dieses Jahr eine wachsende Mitgliederzahl feiern. Kernpunkt im präsidialen Jahresbericht ist die Tatsache, dass unsere Gesellschaft vor dem Abschluss der neuen Bierlieferverträge für Gastwirtschaften in stadteigenen Liegenschaften doch tatsächlich hochoffiziell zur Vernehmlassung eingeladen wurde. Wir werden Ernst genommen! Die Zwangsmitgliedschaft, aus Anlass der letzten Vertragsrunde extra geschaffen und dem damaligen Departementsvorsteher Willy Küng als erstem aufgebrummt, zeigt also ihre heilsame Wirkung.
Soviel vorneweg: Stadtrat Martin Vollenwyder läuft nicht in Gefahr, zum Zwangsmitglied ernannt zu werden. 33 Prozent Fremdbiere dürfen die 51 städtischen Restaurants ausschenken, für Biervielfalt ist also gesorgt. Allerdings hat die GFB auch Forderungen: Auch Fremdbiere gehören in den Offenausschank. Hausbrauereien sind zu fördern. Und Zürich braucht einen – durch den öffentlichen Verkehr möglichst gut erschlossenen, versteht sich - klassischen Biergarten. Die ganze Vernehmlassungsantwort, wie es sich gehört nicht in bierernstem Ton abgefasst, kann eingesehen werden unter
http://www.biervielfalt.ch/bier-news/Vernehmlassung_Zuerich.pdf



Aha! Dunkles Bier vermisst der Herr Gemeinderatspräsident an der Generalversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt, GFB. Diese Feststellung ist an sich nicht falsch. Aber es gab ja immerhin ein Pils, das Huusbier und als heurige Premiere das Frühlingsbier. Dunkel war davon keines, leider. Aber getrunken wurde es trotzdem. Auch von Christoph Hug. Die Biervielfalt jedenfalls hat an der GV der GFB nicht gelitten.
Wenn Christoph Hug bloss zwei Tage später seine Präsidialpflichten auch bei der Jahresversammlung der Vereinigung der Bezirksratsmitglieder des Kantons Zürich (VBRZ) wahrgenommen hätte, wäre er dort beim anschliessenden kurzen Umtrunk völlig problemlos zu seinem Dunklen gekommen. Nun muss er halt warten, bis die GFB am 14. April 2008, dem Sechseläutennachmittag, nach Schaffhausen aufbricht, um dort die Brauerei Falken zu besichtigen. Dort gibts nicht einfach Dunkles, sondern gar Schwarzbier.
Ein herzhaftes Prost!
Hartmuth Attenhofer
Generalsekretär GFB