Die Kunsthauserweiterung und viel Chreis Cheib

Wieder einmal beginnt der Abend mit einem bunten Strauss von Erklärungen: Chinesische Gewalt in Tibet, die Bankenkrise und ihre Folgen für die Steuereinnahmen, Sicherheit im Stadion und ein geplantes Verbot für politische Stände im Vorfeld der Euro sind die Themen. Letzteres, das Verbot von Standaktionen, hat der Stadtrat allerdings bereits im Laufe des Tages zurückgenommen, wohl nach dem Motto, es ist nie zu spät, klüger zu werden.

Die geplante Erweiterung des Kunsthauses ist beinahe unbestritten. Trotzdem wird mehr als eine Stunde darüber palavert. Die Grünen bedauern etwas, dass keine Alternativstandorte in den Entwicklungsgebieten im Norden oder Westen der Stadt ernsthaft geprüft wurden. Und die Schweizer Demokraten lehnen ab. Alle Andern sind begeistert. Mit 115 zu 3 Stimmen wird der Prokektierungskredit gutgeheissen.

Lange verweilt der Rat an der  Neufrankengasse in Aussersihl. Weil dort die langfristige Planung eine Tramlinie vorsieht, müssen die Baulinien angepasst werden. Das Ganze dient der Planungssicherheit der Grundeigentümer. Die AL ist dagegen, etwas verkürzt wohl deshalb, weil nur die AL weiss, was gut für den Kreis 4 ist. Und Bruno Amacker (SVP) beweint das urbane Biotop, das dort heute besetehe und nun den Trendbünzlis geopfert werde. Er sei froh, dass Bäckermeister Zürrer dies nicht mehr erleben müsse. Dabei gehts ihm doch nur ums Tram: Seit Jahren vertritt er die etwas aparte Meinung, das Tram sei für die Stadt kein geeignetes Verkehrsmittel. Doch SVP und AL unterliegen.

Eine Vorlage zur Aufwertung des Helvetiaplatzes, verbunden mit der Verlegung von einigen Strassenparkplätzen in die Tiefgarage des dortigen Amtshauses, wird von SP, Grünen und den Christen gegen die Stimmen von SVP, FDP und AL gutgeheissen.

Zuletzt wechseln wir noch auf die andere Seite der Geleise: Die Kehrichtverbrennung Josefstrasse wird nicht mehr benötigt und aus dem ERZ ausgegliedert. Eine eigene Betriebsgesellschaft, zu 20 % durch einen unbekannten Investor mit finanziert, wird in Zukunft auf eigene Rechnung dort Kehricht verbrennen. Der Sinn der ganzen Geschichte besteht darin, dass die gut ausgebaute Fernheizung Josefstrasse auch in Zukunft in genügendem Umfang Wärme liefern kann. Die Vorlage wird ohne Gegenstimme angenommen.

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