Von Enten, Bergen und keiner Maus

Haupttraktandum wäre eigentlich ein Bericht der GPK über das Verhältnis der Stadt Zürich und der Stadtpolizei zur so genannten Autohilfe, einem privaten Abschleppdienst. Die Geschichte des Stadtpolizisten, der im Nebenjob für die Autohilfe tätig ist, hat seinerzeit auf Zeitungsseiten und in Lokalnewssendungen für viel künstliche Aufregung gesorgt. Doch die aufgedecktenTatsachen sind derart unspektakulär, wie es im Votum von Judtith Bucher (SP) zum Ausdruck kommt: Nicht jede Ente ist gleich ein Skandal – dies an die anwesenden Medienvertreter – und im vorliegenden Fall hat der Berg noch nicht einmal eine Maus geboren.

Die 6 Weisungen zu verschiedenen Themen, die schneller Abfolge behandelt werden, sind kaum umstritten und geben wenig zu reden. Originell ist einzig der Minderheitsantrag von Niklaus Scherr (AL) zu den Kosten für eine Kanalverlegung beim Hardturm: Weil er dem Stadtrat vorwirft, die der Stadt zufallenden Kosten seien durch Nachlässigkeit entstanden, will er 1 % davon, also 48 000 Franken, an die acht damals schon im Amt gewesenen Stadtratsmitglieder weiter verrechnen. Der Rat lehnt ab.

Ein dringliches Postulat für Betreuungsangebote während der zusätzlichen Schulferienwoche im kommenden Sommer lehnen nur 2 Schweizerdemokraten ab, nachdem auf Antrag der SVP das Wort “kostenpflichtig” eingefügt wird.

Fast tumultös wird die Veranstaltung, als es um ein Postulat der CVP für ein Erinnerungsgeschenk an die EURO 08 für Zürichs Schüler und Schülerinnen geht. Begleitet von zahlreichen Zwischenrufen erhebt die SVP (nicht ganz zu Unrecht) den Vorwurf, das Geschäft sei nicht vorstosswürdig. Die Grünen befürchten, dass die meisten der Geschenke im Abfall landen werden. Die SP wirft den GegnerInnen vor, sie seien “Schmürzeli”. Stadtrat Gerri Lauber verkündet schliesslich, der Stadtrat plane sowieso ein solches Geschenk, will aber nicht verraten was es ist, wegen der Ãoeberraschung. Mauro Tuena, Stadtratskandidat der SVP, will sich das nicht bieten lassen und verlangt ultimativ Aufklärung über das Geschenk. Bliebe nur noch, dass er eine geheime Verhandlung beantragt. Der Rat zeigt sich von seiner besten Seite; zwar geht es um nichts, aber dafür herrscht Stimmung. Mit 60 zu 50 Stimmen wird der Vorstoss überwiesen.

Teile diese Seite anderen mit:
  • Print
  • email
  • Facebook
  • Digg
  • del.icio.us
  • PDF
  • RSS
  • Google Bookmarks

About the Author