Micheline Calmy-Rey am Gleichstellungskongress

Als Startschuss für den internationalen Kongress “Gleichstellung in den Städten”, einer gemeinsamen Veranstaltung der Städte Basel, Bern, Genf und Zürich, spricht Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, heute ohne Kopftuch, im Zürcher Stadthaus zum Thema. Natürlich bestreitet sie ein Heimspiel. In der gut gefüllten Halle befinden sich höchstens zwei Dutzend Männer, die Hälfte davon am arbeiten, Security, versteht sich.

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Die paar hundert anwesenden Frauen sind gut gelaunt, lachen und beklatschen jede Pointe der geistreichen Rede der Aussenministerin. Zuerst beklagt diese die ungleiche Verteilung der Haus-, Familien- und Elternarbeit. Sie sieht darin eines der grössten Hindernisse für die Gleichstellung. Denn wer stelle schon eine Frau an für einen verantwortungsvollen Posten, die pünktlich um 17 Uhr das Kind von der Krippe holen muss oder die wegen der Masern ihres Kindes ein paar Tage zuhause bleibt. Wettbewerbsverzerrung nennt sie das, um ganz bewusst einen Terminus aus der Welt der Wirtschaft zu verwenden.

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Eine etwas lange Sequenz widmet sie dem Kopftuch, das sie in Teheran trug, was ihr viel auch negative Presse eingebracht habe. Einerseits wittert sie dabei Frauenfeindlichkeit. Es käme keiner auf die Idee, einen westlichen Politiker zu kritisieren, der in Teheran einen Bart trage. Der Vergleich hinkt, mit Verlaub, weil sich wohl noch kein westlicher Politiker extra für die Iranreise einen Bart wachsen liess. Aber Recht hat sie irgendwie trotzdem. Ein heller Kopf bleibe ein heller Kopf, egal ob mit oder ohne Bart, egal ob mit oder ohne Kopftuch. Und es sei mutiger, in Teheran mit Kopftuch Steinigungen oder die iranische Israelpolitik anzuprangern, als ohne Kopftuch daheim zu hocken und die Aussenministerin zu kritisieren. Der Zwang für iranische Frauen, ein Kopftuch tragen zu müssen, sei ebenso falsch, wie einer selbstbestimmten Frau das Tragen eines Kopftuches zu verbieten. Sie erhält viel Szenenapplaus und ganz zum Schluss – wie könnte es anders sein – ein kleines Geschenk von Stapi Elmar Ledergerber, etwas von Fabric Frontline, ein Kopftuch nämlich.

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